16. Oktober 2024
Die Nachfolge ist ein kritisches Thema für KMU – genauso wie für Grosskonzerne

Lehren aus dem Microsoft-Beispiel:

Die Nachfolgeplanung wird in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) oft unterschätzt, obwohl sie enorme Auswirkungen auf den langfristigen Erfolg haben kann – ähnlich wie bei grossen Konzernen. Die Harvard Business Review zeigt in einem Artikel eindrücklich auf, welche hohen Kosten schlechte Nachfolgeplanung auf Führungsebene verursachen kann. Selbst bei Riesen wie Microsoft können Nachfolgefehler gravierende Konsequenzen haben. Für KMU, die meist über weniger Ressourcen und Puffer verfügen, sind solche Herausforderungen möglicherweise noch schwerwiegender.

Fehlende Nachfolgeplanung: Microsoft als Warnbeispiel für KMU

Im Fall von Microsoft begann die Suche nach einem Nachfolger für den damaligen CEO Steve Ballmer erst, nachdem dieser überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte. Die langwierige, unsichere Suche schwächte das Unternehmen vorübergehend. Zwar erwies sich Satya Nadella schliesslich als exzellente Wahl, doch das Risiko des Prozesses war hoch. In KMU ist die Nachfolge oft ähnlich ungeplant und unter Zeitdruck, was Chaos, Unsicherheit und Kundenverluste nach sich ziehen kann.

Wissensverlust: Eine Gefahr für Unternehmen jeder Grösse

Der Abgang von Führungskräften birgt ein hohes Risiko für den Verlust von wertvollem Wissen. Der Artikel zeigt auf, wie sich Unternehmen wie Microsoft durch den Weggang von Führungskräften selbst schwächen. In KMU ist diese Gefahr noch grösser, da die Inhaber oft das Herzstück des Unternehmens darstellen. Sie kennen die Kunden persönlich und sind mit den Prozessen bestens vertraut. Verlässt diese Schlüsselfigur das Unternehmen ohne gut vorbereitete Nachfolge, drohen massive operative und finanzielle Probleme.

Interne Nachfolger: Oft die bessere Wahl

Häufig bevorzugen Unternehmen externe Kandidaten, statt interne Talente zu entwickeln. Auch Microsoft fokussierte sich zunächst auf externe Bewerber, obwohl Nadella, ein interner Kandidat, letztlich die beste Wahl war. Ähnliches geschieht oft in KMU: Ohne strategische Entwicklung interner Führungskräfte fehlt es an einer nachhaltigen Nachfolgeplanung. Interne Nachfolger verstehen bereits die Unternehmenskultur und sind besser integriert, während externe Nachfolger eine längere Eingewöhnungszeit benötigen.

Die finanziellen Folgen schlechter Nachfolgeplanung

Schlecht geplante CEO-Nachfolgen kosten Unternehmen der S&P 1500 jährlich bis zu 1 Billion US-Dollar. Für KMU, auch wenn sie nicht in dieser Grössenordnung denken, kann eine misslungene Nachfolge ebenso verheerend sein. Umsatzrückgänge, Kundenverluste oder gar die Schliessung des Betriebs sind mögliche Folgen – besonders dann, wenn das Unternehmen stark von der Person des Eigentümers abhängt.

Vorausschauende Planung: Der Schlüssel zum Erfolg

Die Lehren aus dem Artikel sind für KMU hochrelevant: Eine erfolgreiche Nachfolge erfordert vorausschauende Planung. Unternehmen sollten frühzeitig potenzielle Nachfolger identifizieren und sie schrittweise in Führungsverantwortung einbinden. Dieser Prozess sollte nicht erst angestossen werden, wenn der Eigentümer kurz vor dem Ruhestand steht. Ein Beispiel aus dem Artikel ist Ajay Banga, der als CEO von Mastercard bereits bei seinem Amtsantritt seine eigene Nachfolge plante – eine Strategie, die auch für KMU erfolgversprechend ist.

Fazit: Nachfolgeplanung sichert den Fortbestand

Der Artikel zeigt deutlich, dass eine schlechte Nachfolgeplanung nicht nur für Grossunternehmen wie Microsoft kostspielig sein kann, sondern auch für KMU erhebliche Risiken birgt. Eine systematische Nachfolgeplanung, die sowohl interne Talente fördert als auch externe Möglichkeiten berücksichtigt, ist essenziell, um den Fortbestand und den langfristigen Erfolg eines Unternehmens zu gewährleisten.

Quelle: HBR-Artikel «The High Cost of Poor Succession Planning» https://www.harvardbusiness.org/wp-content/uploads/2023/11/2021_05_the-high-cost-of-poor-succession-planning.pdf

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