15. Juni 2026
Der Berufseinstieg wird härter und KMU könnten profitieren

Schwieriger Berufseinstieg: Eine Chance für Schweizer KMU

Der Fachkräftemangel gehört seit Jahren zu den grössten Herausforderungen vieler Unternehmen. Gleichzeitig zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt eine Entwicklung ab, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint: Der Einstieg in das Berufsleben wird für viele Hochschulabsolventinnen und -absolventen zunehmend anspruchsvoller.

Verschiedene Studien und Arbeitsmarktanalysen zeigen, dass sich die Situation für Berufseinsteiger in den vergangenen Jahren spürbar verändert hat. Unternehmen agieren aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten vorsichtiger bei Neueinstellungen, viele internationale Konzerne haben ihre Einstellungspläne reduziert und die Konkurrenz um attraktive Einstiegspositionen nimmt zu. Hinzu kommen erste Auswirkungen der künstlichen Intelligenz, welche insbesondere standardisierte Aufgaben und klassische Junior-Tätigkeiten verändern.

Auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit unter Akademikerinnen und Akademikern deutet auf einen strukturellen Wandel hin. Seit 2010 ist die Zahl arbeitsloser Personen mit einem universitären Masterabschluss um rund 70 Prozent gestiegen, während sie bei Personen mit beruflicher Grundbildung im gleichen Zeitraum deutlich zurückgegangen ist. Gleichzeitig wächst die Zahl der Hochschulabsolventinnen und -absolventen schneller als die Nachfrage nach akademisch ausgebildeten Fachkräften.

Für Schweizer KMU eröffnet sich dadurch eine interessante Möglichkeit

In der Vergangenheit standen viele KMU im Wettbewerb um Talente häufig im Schatten grosser Unternehmen. Internationale Konzerne galten bei vielen Hochschulabsolventinnen und -absolventen als erste Wahl, sei es aufgrund ihrer Bekanntheit, vermeintlich besseren Karriereperspektiven oder ihrer Arbeitgebermarke.

Heute verändert sich dieses Kräfteverhältnis zunehmend. Immer mehr gut qualifizierte Nachwuchskräfte erweitern ihren Suchradius und berücksichtigen bewusst auch kleinere und mittlere Unternehmen. Für KMU entsteht damit die Chance, Talente anzusprechen, die früher oftmals kaum erreichbar waren.

Die eigentliche Herausforderung liegt dabei häufig weniger im Fachkräftemangel als in der Sichtbarkeit

Viele KMU bieten attraktive Arbeitsbedingungen, flache Hierarchien, hohe Eigenverantwortung und spannende Entwicklungsmöglichkeiten. Allerdings gelingt es ihnen oft nicht ausreichend, diese Stärken nach aussen zu kommunizieren. Potenzielle Mitarbeitende kennen die Unternehmen schlicht nicht oder können deren Mehrwert als Arbeitgeber nicht einschätzen.

Deshalb gewinnen Themen wie Employer Branding, Unternehmenskultur und eine klare Positionierung als Arbeitgeber zunehmend an Bedeutung. Wer glaubwürdig aufzeigt, wofür das Unternehmen steht, welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen und welche Kultur gelebt wird, erhöht seine Chancen, qualifizierte Talente zu gewinnen.

Gerade in einem anspruchsvolleren Arbeitsmarkt können Schweizer KMU davon profitieren, dass sich die Präferenzen vieler Berufseinsteiger verändern. Die Frage lautet deshalb nicht nur, wie Unternehmen dem Fachkräftemangel begegnen, sondern auch, wie sichtbar und attraktiv sie für die Talente von morgen sind.

Denn die besten Mitarbeitenden entscheiden sich nicht ausschliesslich für die grössten Unternehmen, sondern zunehmend für jene Arbeitgeber, die ihnen Perspektiven, Sinn und Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Genau dabei unterstützen wir Schweizer KMU bei Schmid + Partner, von der Positionierung als Arbeitgeber bis zur konkreten Umsetzung.

Quellen:

AXA KMU-Arbeitsmarktstudie: Künstliche Intelligenz erobert Schweizer KMU

AXA KMU-Arbeitsmarktstudie: Konkurrenzkampf mit Staat und Grossunternehmen um Fachkräfte

Arbeitgeber.ch – Ein Land mit Fachkräftemangel – und zunehmend arbeitslosen Akademikern

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im April 2026

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